Frachtmarkt-Update 2025: Turbulentes Jahr steht bevor

By Yoyo Shi / 2025-01-06

Frachtschiff im Hafen bei Sonnenuntergang, umgeben von Kränen und Industriegebäuden.

Dem Containerschifffahrtsmarkt steht ein volatiles Jahr 2025 bevor. Analysten prognostizieren trotz eines komplexen Umfelds potenzieller Streiks, Handelsbarrieren und wechselnder Allianzen eine anhaltende Rentabilität für große Reedereien wie MSC, Maersk und CMA CGM.

Die Krise im Roten Meer, ein wesentlicher Faktor für die überraschende Rentabilität im Jahr 2024, bleibt eine zentrale Unsicherheit. Lars Jensen, Gründer und Analyst bei Vespucci Maritime, beschreibt das Jahr als „Achterbahnfahrt“, wobei die Krise die größte Unbekannte sei. Obwohl der designierte Präsident Trump versprochen hat, alle Kriege innerhalb von 24 Stunden nach seinem Amtsantritt zu beenden, äußern Analysten Skepsis hinsichtlich der Durchführbarkeit und des strategischen Nutzens einer solch schnellen Intervention. Peter Sand, Chefanalyst bei Xeneta, weist darauf hin, dass ein solcher Schritt wahrscheinlich nicht mit Trumps erklärter „America First“-Politik vereinbar und innerhalb des Zeitrahmens nicht umsetzbar sei.

„Die Krise im Roten Meer stellt nach wie vor eine große Bedrohung dar“, erklärte Sand. „Obwohl sie viele Branchen negativ beeinflusste, rettete sie die Schifffahrtsbranche im Jahr 2024 unerwartet und verwandelte einen prognostizierten branchenweiten Verlust in das dritthöchste Gewinnjahr der Geschichte, nach 2021 und 2022. Das bedeutet, dass die Krise auch 2025 ein wichtiger Gewinntreiber für die Linienreedereien bleiben wird.“

Die Gefahr von Streiks, insbesondere in US-Häfen, erhöht die Komplexität zusätzlich. Eine vorläufige Vereinbarung zwischen der International Longshore and Warehouse Union (ILA) und der United States Maritime Union (USMX) vom Oktober, die den Vertrag bis zum 15. Januar 2025 verlängert, hat nicht alle Probleme gelöst. Sand rechnet mit weiteren Störungen, die möglicherweise länger andauern könnten als der Streik im Oktober, der US-Exporteure überproportional stark traf.

Gleichzeitig eröffnet die Umstrukturierung der Reedereiallianzen neue Möglichkeiten für Reeder. Sand weist darauf hin, dass Reeder erstmals seit Jahren mehr Auswahlmöglichkeiten bei der Auswahl von Reedereien und Allianzen haben. Die neuen Strategien verlagern sich vom traditionellen Hub-and-Spoke-Modell hin zu direkten Hafen-zu-Hafen-Verbindungen, wie sie beispielsweise durch die Partnerschaften mit MSC realisiert werden. Das Entstehen neuer Allianzen wie Ocean Alliance und Premier Alliance sowie die anhaltende Präsenz von Gemini und die Zusammenarbeit zwischen MSC und Zim bedeuten eine deutliche Veränderung der Marktdynamik.

Der Fokus von Maersk und Hapag-Lloyd auf eine Lieferpünktlichkeitsrate von 90 % wird ein Schlüsselfaktor für ihren Erfolg sein. Sand betont, dass die Zuverlässigkeit zwischen den großen Drehkreuzen zwar wichtig sei, die Kunden jedoch die End-to-End-Zuverlässigkeit priorisieren.

Mit Blick auf die Zukunft erwartet Sand, dass Speditionen, die sich bis 2024 langfristige Verträge gesichert haben, voraussichtlich profitieren werden, während US-Verbraucher aufgrund möglicher Zölle und globalisierungsfeindlicher Maßnahmen mit höheren Preisen und einer geringeren Auswahl rechnen müssen. Auch die Möglichkeit eines Aufschlags auf Routen um das Rote Meer könnte den Spediteuren zugutekommen, sofern dieser realisierbar ist.

Der Containerschifffahrtsmarkt dürfte im Jahr 2025 ein Jahr erheblicher Veränderungen und Unsicherheiten werden, bedingt durch die Krise im Roten Meer, mögliche Streiks, wechselnde Allianzen und die Möglichkeit von Handelsbarrieren.

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